Materialien Tipps Tricks Verarbeitung

Sowie beim professionellen Malen als auch beim Malen als Hobby sind gute Materialien das "A und O". Mit den richtigen Malgründen, Farben und Firnissen gewinnt man 100% an Qualität. Ihre Bilder haben eine ganz neue Wirkung und eine sehr lange Haltbarkeit. Damit auch Ihr Bild ein richtiger "Picasso" wird, schauen Sie sich an, auf welche Dinge Sie achten sollten und wie sie mit nur einem Pinselstrich mehr erreichen.

Keilrahmen:

Hier gibt es in einem Fachgeschäft für Künstlerbedarf oder im Internet eine ziemlich große Auswahl. Keilrahmen gibt es in allen vorstellbaren Größen: von ganz klein (10cm x 10cm) bis ganz groß (nach oben sind keine Grenzen gesetzt). Spezielle Rahmen, welche anstelle der 2cm breiten Rahmen 4cm besitzen, nennt man 3D Keilrahmen.
Zu beachten ist die Qualität des Holzes. Gute Keilrahmen bestehen aus Fichten- oder Kiefernholz, welche sich durch ihre Leichtigkeit auszeichnen. Außerdem sind diese relativ weich im Vergleich zu anderen Holzarten. Die gute Befestigung der Leinen (Überzug) wird somit gewährleistet. Außerdem muss man darauf achten, dass Quer- und Kreuzlatten bei Großformaten verarbeitet sind. Diese verstärken die Festigkeit der Leinwand und sorgen für eine bessere Spannung des Stoffes. Das Auftragen von Farbe beschwert die Leinen. Sie könnten durchhängen, daher ist es wichtig, die zusätzlichen Buchenholzkeile zu verwenden.

Buchenholzkeile Gemälde


Weiterhin muss man auf den Bezug achten, der aus Leinen- oder Baumwollstoff besteht. Es ist wichtig, dass dieser für die Art Ihrer Arbeit ausgelegt ist. (Weitere Informationen und Besonderheiten finden Sie unter: Öl- und Aquarellgründe)
Die Grundierung ist eine weitere Sache, auf die man schauen sollte. Je besser die Grundierung, desto besser der Farbauftrag. Bei günstigen Keilrahmen und Farben schimmern immer wieder weiße Punkte durch die Farbe, was eine genaue Pinselführung erschwert und einen wiederholten Auftrag erzwingt. Durch einen guten Rahmen und eine eigene Grundierung ersparen Sie sich das. GESSO ist ein bewährtes Mittel zur Grundierung von Leinen, Baumwolle oder anderen Malgründen. Hiermit können Sie auch alte, missglückte Bilder wieder weißen und noch einmal ganz von vorne anfangen.

Aquarellmalgründe:

Der häufigste verwendete Malgrund ist hier das Aquarellpapier. Das Papier muss saugstark sein und die Farben gut aufnehmen, darf dabei aber nicht durchschlagen. Es sollte außerdem etwas angerauht sein, damit sich die Farben gut verteilen.
Selten benutzt man zum Malen mit Aquarell textile Stoffe wie Leinwände oder Ähnliches.

Ölmalgründe:

Die beliebtesten Malgründe sind wie in der Acrylmalerei die Keilrahmen, welche mit Baumwolle oder Leinen bespannt sind. Malplatten aus Holz oder Hartfaser können auch verwendet werden. Sie werden mit Baumwolle bezogen oder grundiert. Eine weitere Möglichkeit zur Ölmalerei sind Ölmalkarton und Ölmalpapier. Diese sind im Vergleich zu Keilrahmen günstiger und haben trotzdem die beliebte Leinenoptik.
Je stabiler der Malgrund ist, desto länger hält Ihr Gemälde.

Farben allgemein:

Farbstoffe und Pigmente:

Es gibt zwei Arten farbgebender Substanzen: Farbstoffe und Pigmente. Der wichtigste Unterschied hierbei ist die Lichtechtheit. Alle Farbstoffe sind mäßig bis gar nicht lichtecht. Bei Pigmenten variiert es zwischen schlecht und hervorragend. Bedeutend ist das für einen Maler in der Hinsicht, dass ultraviolettes Licht (Tageslicht oder Kunstlicht) die farbgebenden Substanzen angreift. Einige Farben haben nur eine Lichtechtheit von einigen Wochen, andere halten dafür mehrere Jahre. Aus diesen Gründen ist die Verwendung von Pigmenten die Geläufigste. Jeder Maler möchte eine besonders lange Haltbarkeit und Lichtechtheit seiner Gemälde.

Die Lichtechtheit erkennt man an den Tuben, Etiketten oder Farbkarten:

+++ 100 Jahre völlig lichtecht

++ 25 – 100 Jahre lichtecht

+ 10 – 25 Jahre lichtecht

°  0 – 10 Jahre lichtecht


Ein weiteres Kriterium, das man beim Kauf von Farben beachten sollte, ist die Deckfähigkeit und Transparenz der Farben. Je nach Vorhaben kann sich das Eine oder das Andere besser eignen. Auch das erkennt man an der Tubenaufschrift:

Deckkraft Pigmente Farbe

transparent;
sehr durchsichtig


halbtransparent;
etwas weniger durchsichtig


halbdeckend;
der Untergrund wird nicht vollkommen abgedeckt

deckend;
vom Untergrund ist nichts/kaum mehr etwas zu sehen

Acrylfarben:

Die wichtigste zu beachtende Eigenschaft von Acrylfarben ist die sehr schnelle Trockenzeit. Diese ist allerdings auch durch künstliche Malmittel verlängerbar.

Acrylfarben zur Gestaltung von Gemälden
Acrylfarben können auf jedem Malgrund verwendet werden (Keilrahmen, Papier, Holzplatten, etc.). Der Auftrag der Farbe kann mit verschiedenen Mitteln umgesetzt werden: mit dem Pinsel, einem Malmesser oder auch mit den Händen. Die Art und Weise des Auftragens gibt dem Bild seine Besonderheit. Ob man die Farben dick aufträgt, lasierend oder viele Schichten übereinander bringt, die Farbe ist für jede Arbeit geeignet.

Bei pastosen Arbeiten (mit Gelen und Pasten) ist ein fester Malgrund wichtig, damit dieser auf Grund des Gewichtes der Pasten nicht kaputt geht. Man kann Acrylfarben auch mit verschiedenen Modellierpasten und Strukturmitteln wie Effekt- und Fasergel benutzen. Diese Pasten verändern jedoch meist die gewünschte Farbe und sollten daher auch vorher untergemischt werden. Die Reinigung der Werkzeuge ist unproblematisch, da die Farbe ist wasserlöslich ist. Sollte diese angetrocknet sein, kann man die Werkzeuge mit speziellen Lösungsmitteln oder Seifen säubern.

Acrylfarben bestehen aus drei Hauptbestandteilen:

Pigmente: wichtig ist hier der Farbton und die oben erwähnten Eigenschaften der Lichtechtheit und Deckkraft.
Bindemittel: besteht aus Kunstharzteilchen und verbindet die Pigmente untereinander und mit dem Malgrund, die Teilchen bilden einen elastischen, wasserunlöslichen Film.

Lösemittel: löst das Bindemittel, verdunstet beim Trocknen der Farben, bei Acrylfarben ist das Lösemittel Wasser.

Acrylfarben Amsterdam Bildgestaltung

Es gibt verschiedene Hersteller von Acrylfarben. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass man nicht die günstigsten Farben kauft. Viele billige Farben können nicht halten was sie versprechen. Die Farbintensität sowie die Deckkraft ist nicht zufriedenstellend. Auch wenn Sie als Hobbykünstler malen, verzichten Sie nicht auf eine gute Qualität der Farben, diese macht sich auf jeden Fall bezahlt.

Sie müssen nicht lange herumprobieren oder sich später über Verfärbungen ärgern. Machen Sie es gleich richtig und kaufen sie hochwertige Farben.


Ölfarben:

Ölfarben werden heutzutage überwiegend als Paste geliefert. Auf diesen Tuben stehen bis zu 5 Sterne für die Deckkraft, also die Pigmentdichte der Farben. Hauptunterschied zu anderen Malfarben ist die Trocknungszeit. Bei dünnen Anstrichen beträgt die Dauer einige Tage, beim Einsatz spezieller Mittel kann die Trocknungszeit auf einige Wochen verzögert werden (dies wird häufig bei Großformaten gemacht, um zum Beispiel die Nass-in-Nass Technik ausüben zu können).
Häufigstes Verdünnungsmittel ist das Terpentinöl oder Terpentinersatz. Mittlerweile bekommt man auch wasserlösliche Ölfarben, welche ohne Lösungsmitteldämpfe viel verträglicher sind. Für das Herstellen von Ölfarben werden folgende Öle verwendet: Leinöl, Mohnöl, Walnussöl, Hanföl, Sonnenblumenöl und viele mehr. Die Pigmente werden dem Öl zu gerieben bis der gewünschte Farbton erreicht ist.
Mit den Ölfarben schafft man sehr intensive Farbeindrücke. Außerdem haben sie eine hohe Lichtechtheit und Deckkraft, was das Malen zu einem tollen Erlebnis macht. Man benötigt allerdings viel Erfahrung und Geduld mit diesen Farben. Ein Gemälde entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern benötigt viel Zeit. Die verschiedenen Maltechniken begründen den nötigen Erfahrungswert.

Wasserfarben:

Zu den Wasserfarben gehören:
  1. wasserlösliche, nicht deckende Aquarellfarben
  2. wasserlösliche Deckfarben, insbesondere in der schulischen Kunsterziehung
  3. wasserlösliche, gut deckende Gouache
1. Aquarellfarben:
bestehen aus einem Bindemittel und Pigmenten. Es sind lasierende Farben, dass heißt, der Malgrund schimmert durch die Farben durch.

2. Deckfarben:
sind Verbindungen aus Pigmenten und Füllstoffen, sie werden hauptsächlich für den schulischen Bedarf (Kunsterziehung) in Kästen zusammengestellt.


3. Gouache:
ist eine besondere Maltechnik. Hier werden Pigmente, wie zum Beispiel Kreide und ein Bindemittel zusammengebracht. Es sind kräftige Farben, welche nur dünn aufgetragen werden (ähnlich Aquarell).
Beim Trocknen hellen die Farben auf, daher ist es nicht ganz einfach, von Anfang an den richtigen Farbton zu treffen. Die Farbe bleibt nach dem Trocknen wasserlöslich, so dass Teile entfernt oder verändert werden können. Nach pastösem Auftrag wird sie schnell rissig und spröde, deshalb sollten nur feste Untergründe verwendet werden (nichts Flexibles!).

Firnis ist nicht zu verwenden, da dadurch starke Farbveränderungen auftreten können.

Temperafarben:

Temperafarben sind nicht die allseits bekannten Wasserfarben. Grundelemente sind Pigmente und ein Bindemittel aus einer Wasser-Öl-Emulsion.
Sie besitzen zwar eine ähnliche Konsistenz wie Ölfarben, trockenen aber im Vergleich viel schneller.   
Das Positive ist die hohe Alterungsbeständigkeit. Die Nachbereitung ist einfacher und die Rissgefahr ist reduziert. Das Schwierige daran ist allerdings die nicht ganz einfache Maltechnik. Technisches Wissen und viel malerische Erfahrung sind erforderlich. Es ist ziemlich zeit- und arbeitsaufwändig, denn es kommt zu optischen Veränderungen der Farben während des Malens.

Pinsel:

Material Pinsel Gemälde

Für die Arbeit an einem Gemälde kann man die verschiedensten Arten und Größen von Pinseln benutzen.

Flachpinsel: sind universell einsetzbar, man kann viel Farbe aufnehmen, flächig malen oder mit der schmalen Kante gerade Linien ziehen. Man sollte verschiedene Größen parat haben, von klein bis groß.



Rundpinsel:
dieser wird meistens für Details eingesetzt. Man kann mit jedem Material arbeiten, Acryl-, Öl- und Aquarellfarben.
Fächerpinsel Material

Katzenzungen: nimmt die Farbe gut auf und ermöglicht dadurch einen gleichmäßigen Farbauftrag.

Fächerpinsel: eignen sich gut zum gestalten von Bäumen, Laub, Gräsern und vielem mehr.
Flachpinsel verschiedene Größen Gemälde
Material Rund Pinsel groß Gemälde


Es gibt auch noch Unterschiede bei den Pinselhaaren. Es gibt Echt- und Synthetikhaar. Echthaarpinsel sind entweder aus Rotmaderhaar, welches sehr fein ist oder aus Borsten (Schweineborsten), welche sehr grob sind. Durch die unterschiedlichen Maltechniken kommt jeder Pinsel zum Einsatz.
Synthetkikhaar ist oftmals aus Polyester oder Nylon.




Spachtel:

Zum Auftragen der Spachtelmasse werden auch je nach Vorhaben verschieden breite oder lange Spachtel benutzt.
Material Spachtel mit Holzgriff, metall


Es gibt die hier zu sehenden Metalspachtel in unterschiedlichen Größen und Auftragsflächen. Dabei gibt es rundliche Formen oder auch kleine Spachtel für Details.
Die meisten Spachtel haben einen Holzgriff.





Material Spachtel Kunststoff

Auch diese Kunststoffspachtel können für Gemälde verwendet werden. Man muss hierbei ausprobieren, welche Effekte auftreten und schauen, wie das beste und gewünschte Ergebniss zu Stande kommt.





Spachtelmasse:

Es gibt verschiedene Arten von Spachtelmassen, welche für die Arbeit mit Acryl genutzt werden können. Von grober Masse für stärkere und große Strukturen bis hin zu feinen Pasten für sanfte Formen und dezente Gestaltung.
Sie eignen sich gut für platische und reliefartige Bildgestaltungen. Dabei muss man allerdings beachten, dass der Untergrund fest und schwach saugend ist. Außerdem muss die aufgetragene Masse mindestens 12 Stunden trocknen. Abhängig von der Modellierpaste kann das allerdings abweichen, bis höchstens 24 Stunden.

Struckturpaste fein

Strukturpaste Pastellgrund (fein):
Weiche Acrylpaste ist geeignet für feine Oberflächenstrukturen. Diese Paste trocknet hellgrau, halbdeckend, feinkörnig rau und kann mit Acrylfarben eingefärbt oder nach dem Trocknen übermalt werden. Sehr geeignet ist der Pastellgrund auch für Pastellkreiden. Aufgetragen wird dieser mit dem Pinsel oder einem Spachtel.

Leichtstruckturpaste


Leichtstrukturpaste:

Weiße Acrylpaste mit Leichtfüllstoffen. Auf Grund des geringen spezifischen Gewichts ist es gut geeignet für extrem plastisch-reliefartige Bildgestaltung, besonders auf begrenzt massebelastbaren Bildträgern.




Struckturpaste Granit


Strukturpaste Granit:
Weiche Acrylpaste mit schwarzen Partikeln. Die Paste trocknet silbergrau mit rauer Oberflächenstruktur und mineralischem Glimmereffekt. Sehr geeignet für mineralartige Strukturen und zur Nachbildung von Steinoberflächen.



Struckturpaste Gold

Strukturpaste Gold:
Goldfarbige Acrylpaste mit Glitterpartikeln. Trocknet mit rauer Oberflächenstruktur. Wird diese Strukturpaste mit Acrylfarben eingefärbt resultiert daraus ein farbiger Goldglittereffekt. Auch diese Paste wird mit Hilfe von Pinseln oder Spachteln aufgetragen.



Strukturpaste Graphit

Strukturpaste Graphit:
Acrylpaste mit strukturbildenden Metalloxidgranulaten. Trocknet graphitschwarz mit rauer Oberflächenstruktur und Glitzereffekt. Diese Masse kann mit Acrylfarben eingefärbt werden und wird mit Pinsel oder Spachtel aufgetragen.

Firnisse:

Material Schlussfirnis Gemälde


Ein Firnis ist dazu da, das Gemälde vor Schmutz- und Staubpartikeln zu schützen. Eine weitere Funktion ist der Schutz vor UV-Stahlung. Durch einfallendes Sonnenlicht und auch Halogenlampen werden die Farben angegriffen. Das Schlussfirnis liegt wie eine zweite Haut über dem Gemälde und verhindert dies. Zusätzlich verstärkt es die Leuchtkraft und die Tiefenwirkung der Farben.
Es gibt verschiedene Acrylfirnisse, glänzend oder matt, in Sprühdosen oder zum selber Auftragen mit dem Pinsel.










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